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7. März 2026
5 Min. Lesezeit

Trocken- oder Nassfutter? Was Ihre Katze wirklich braucht

Die ewige Debatte unter Katzenbesitzern. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Flüssigkeitsaufnahme, Harnwegsgesundheit und richtiger Fütterung.

„Soll ich Trockenfutter oder Nassfutter geben?“ Diese Frage habe ich so oft gehört, dass ich darüber ein ganzes Buch schreiben könnte. Und die Antwort ist nicht so einfach, wie es scheinen mag. Schauen wir uns die wissenschaftlichen Fakten an — ohne Mythen und Marketingsprüche.

Warum Flüssigkeitsaufnahme bei Katzen so wichtig ist

Katzen haben sich in trockenen Wüstengebieten entwickelt und haben einen natürlich niedrigen Durst. In der Natur bekommen sie die meiste Flüssigkeit aus ihrer Beute — deren Körper enthält etwa 70–75 % Wasser. Das ist entscheidend, denn modernes Trockenfutter enthält nur etwa 6–10 % Feuchtigkeit.

Eine umfassende Übersichtsstudie von Kosmal et al. (2026) (DOI: 10.1093/jas/skaf434) analysierte 32 Publikationen und stellte fest, dass Katzen mit Trockenfutter eine geringere Gesamtwasseraufnahme und ein höheres spezifisches Uringewicht haben, was auf ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen der unteren Harnwege einschließlich Kristallurie und Urolithiasis hindeutet.

Was die Forschung über Nassfutter sagt

Eine Studie von Buckley et al. (2011) im British Journal of Nutrition (DOI: 10.1017/S0007114511001875) untersuchte den Einfluss des Feuchtigkeitsgehalts auf die Urinparameter. Katzen mit einer Diät mit 73 % Feuchtigkeit hatten ein signifikant niedrigeres spezifisches Uringewicht und ein geringeres Risiko für Calciumoxalat-Kristallbildung im Vergleich zu Trockenfutter.

Vorteile von Nassfutter

  • Höherer Wassergehalt — hilft, gesunde Harnwege zu erhalten

  • Höherer Proteingehalt — näher an der natürlichen Katzenernährung

  • Niedrigerer Kohlenhydratgehalt — Katzen sind obligate Karnivoren

  • Bessere Schmackhaftigkeit — ideal für wählerische Esser oder ältere Katzen

  • Niedrigere Kaloriendichte — kann bei der Gewichtskontrolle helfen

Vorteile von Trockenfutter

  • Bequemlichkeit — hält länger im Napf, ohne zu verderben

  • Wirtschaftlichkeit — meist günstiger pro Portion

  • Puzzle-Futterspender — Trockenfutter eignet sich hervorragend für Intelligenzspielzeug

  • Lagerung — einfacher aufzubewahren

Und die Zahngesundheit?

Einer der verbreitetsten Mythen besagt, dass Trockenfutter „die Zähne reinigt“. Laut der Tufts University School of Veterinary Medicine stimmt das nicht — normales Trockenfutter zerbricht beim Kauen und reinigt keinen Plaque. Die einzigen Futtermittel mit nachgewiesenem Zahneffekt sind spezielle Dentaldiäten mit VOHC-Zertifizierung.

Wie sollten Sie also füttern?

Basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen empfehle ich einen kombinierten Ansatz:

  • Nassfutter als Grundlage — sichert ausreichende Flüssigkeitsversorgung

  • Trockenfutter als Ergänzung — z.B. in Puzzle-Futterspielzeug für mentale Stimulation

  • Gesamtkalorienzufuhr überwachen — Übergewicht ist ein ernstes Problem bei Katzen

  • Futter wählen, das AAFCO/FEDIAF-Standards erfüllt — „complete and balanced“ auf der Verpackung

  • Immer frisches Wasser bereitstellen — am besten in einer Keramikschale oder einem Trinkbrunnen

Ihr Tierarzt kann Ihnen helfen, die optimale Ernährung basierend auf Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und Lebensstil Ihrer Katze zusammenzustellen. Es gibt keine Universallösung — jede Katze ist einzigartig.

Quellen

• Buckley CMF et al. (2011). Effect of dietary water intake on urinary output in cats. Br J Nutr, 106(S1):S128-30. DOI: 10.1017/S0007114511001875 • Kosmal PAL et al. (2026). Scoping review on water intake and hydration in cats. J Anim Sci, 104. DOI: 10.1093/jas/skaf434 • International Cat Care. Should I feed my cat wet or dry food? • Tufts University School of Veterinary Medicine — Zahngesundheit bei Katzen.

Wichtiger Hinweis Dieser Artikel dient Bildungszwecken und ersetzt keine professionelle tierärztliche Versorgung. Konsultieren Sie immer Ihren Tierarzt bezüglich der Gesundheit Ihrer Katze.
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